"Kärntner Hackbrett"

 

Das Hackbrett – ein neues, altes Instrument

Unter dem Namen „Hackbrett“ könnte man sich eigentlich ein Brett vorstellen, auf dem gehackt wird. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter dem Namen ein sehr beliebtes Instrument, dass heutzutage jedem Volksmusikliebhaber bekannt ist.

Das Hackbrett hat eine sehr ausgeprägte „klassische“ Vergangenheit. Es lässt fast jede Musikrichtung zu. So findet man es in der Kammermusik genauso wie in der zeitgenössischen Musik.

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Der Name „Hackbrett“ taucht in alten Akten um 1447 das erste Mal auf. In der Schweiz finden sich im 16. Jhdt. viele Namen, die mit diesem Instrument scheinbar in Verbindung stehen: „Kastellan Hackbrett von Zweizimmern“ oder „Meister Hans Hackbrett“. Gemeint war einerseits der Familienname, andererseits war dies sicher auch die Bezeichnung für einen Hackbrettspieler.

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Hackbretter wurden meist aus Tannen- oder Fichtenholz hergestellt. Typisch für dieses Instrument sind eine oder mehrere „Rosen“ oder „Rosetten“ (Schalllöcher). Im 16. Jhdt. wurden diese aus vergoldetem, durchbrochenem Papier oder Pergament hergestellt und waren meist stufenförmig vertieft. Hackbretter gab es von Anfang an in den verschiedensten Formen und Ausführungen. Im musikhistorischem Museum der Klavierfirma Neupert in Nürnberg sind einige Hackbretter als Vorläufer des Hammerklaviers ausgestellt. Noch heute finden sich viele hackbrettähnliche Instrumente. Die ungarische Nationalmusik spielt eine weltweit bekannte Form, das Cymbal der Roma. Auch bei den Slowenen wurden ähnliche Instrumente gespielt. Sogar bei den Chinesen finden sich hackbrettähnliche Instrumente, die sich heute noch großer Beliebtheit erfreuen. Ende des 18. Jhdts nimmt die Beliebtheit des Hackbretts sehr stark ab. Es scheint in Vergessenheit zu geraten.

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Erst durch die Altsteirer-Besetzung (Steirische Harmonika, Hackbrett und Bass) waren wieder öfters Hackbrettspieler zu sehen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde ein neues Modell mit chromatischem Aufbau entwickelt, wobei der Salzburger Tobi Reiser an der Entstehung und der Verbreitung großen Anteil hatte. Er hat mit dem Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner (1891-1964) dieses Instrument neu entwickelt: das chromatische Hackbrett. Beim diatonischen Vorläufer war man an verschiedene Tonarten gebunden. Durch die Möglichkeit, nun auch mit dem Hackbrett Melodie spielen zu können ohne auf die Tonarten Rücksicht nehmen zu müssen entstanden wieder neue Besetzungen. Besonders in der feinen Saitenmusik (Zither, Hackbrett und Gitarre) wird das Hackbrettspiel im Alpenland wieder populär. Statt den üblichen blanken Holzschlägeln wurden diese nun mit Filz belegt. Somit wurde der Klang viel weicher. Es findet als leiseres Instrument vor allem in der so genannten „Stubenmusik“ Verwendung.

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Nach dem Tod von Heinrich Bandzauner kam sein Werkzeug und seine Aufzeichnungen in den Lungau nach Tamsweg zum Instrumentenbauer Hans Neubacher. Dieser hatte jahrelang beim Meister freiwillig mitgearbeitet und ausgeholfen, und so war sich die verwitwete Frau Bandzauner sicher, dass das Erbe ihres Mannes bei Hans Neubacher gut aufgehoben ist. Hans Neubacher machte sich gleich mit vollem Eifer daran, das Hackbrett und andere Instrumene zu bauen. Am Anfang seiner Produktion standen Hackbretter und Türzithern, bald wurden auch Volksharfen und Alphörner hergestellt. Für die Instrumente verwendete Neubacher nur ausgesuchte Hölzer wie Bergahorn, Buche, Birke und Haselfichte. über 3000 Hackbretter haben ihren Weg von der Werkstatt zu jungen MusikerInnen gefunden.

Von Tamsweg fand der Hackbrettbau seinen Weg 2006 nach Rennweg zu Alfred Peitler, einem langjährigen Freund Neubachers. Als Hans Neubacher in seinen wohlverdienten Ruhestand trat, „vererbte“ er sein Wissen an Alfred Peitler mit dem Auftrag, die alte Kunst des Instrumentenbaus weiterhin leben zu lassen.

Mit viel Begeisterung machte sich Alfred Peitler gleich daran, sein erstes Hackbrett zu bauen. Nach seinen eigenen Vorstellungen baute der Schnitzer einige Prototypen – immer auf der Suche nach einer individuellen Klangfarbe.

Seine Hackbretter mit dem Namen „Kärntner Hackbrett“ erzeugt der begeisterte Schnitzer und Instrumentenbauer vorwiegend aus Ahorn und Birkenholz in seiner Werkstatt in Rennweg am Katschberg.

Das Aussehen der Hackbretter ist unverändert geblieben, Alfred Peitler hat jedoch mit unterschiedlich geschnitzten Rosetten und verschiedenen Farbkompositionen dem Hackbrett ein neues Design gegeben.

Mit der gleichen Liebe zu Klang und Detail baut Alfred Peitler seit über 25 Jahren das „Hölzerne G´lachta“, Türzithern und seit einiger Zeit auch Rührtrommeln und Alphörner.

So ist der weitere Bestand dieser „alten“ Instrumente auch in Zukunft gesichert.

 

 
Notenständer

massive Ahornholz-Seitenteile
Boden und Decke Birke
wahlweise verschieden gebeizt oder natur
96 Saiten, 3-chörig, chromatisch
G - D'''

 
Notenständer

geschnitze Rosette