Die Zeit vergeht wie im Flug und schon dürfen wir das 25 jährige Bestehen
der Katschtaler Sängerrunde feiern. Unser Chor ist ein fester Bestandteil des
Gemeindelebens. Traditionen zu pflegen und neue zu schaffen gehört da dazu. Eine
davon ist zwischenzeitlich die Adventveranstaltung „Auf Weihnacht´n zua“ geworden.
Für einen karitativen Zweck wird bei Glühwein und Keksen gesungen und musiziert.
In den ersten Jahren konnten so bereits über EUR 10.000,-- gespendet werden.
Das Jubiläumsjahr 2006 war das Jahr der Feste und Feiern. Im Rahmen der Katschtaler
Kultur- und Bildungstage fand am 18. März 2006 in der Pfarrkirche St. Peter ob Rennweg
unter dem Titel „Die Katschtaler Sängerrunde geht fremd“ ein Spiritual- und Gospelkonzert
statt. Gerne ließ sich der Chor auf dieses Experiment ein. Die Begeisterung war enorm.
Immerhin feierten die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche die Musiker
und Sänger mit stehenden Ovationen. Unterstützt wurde die Sängerrunde vom BORG-Chor
Spittal. Gemeinsam an die 60 Sänger gaben rhythmische und wahrlich raumfüllende Songs
zum Besten. Das Bläserquintett B99 verstand es, die Sänger einzigartig zu begleiten,
spielte aber auch mitreißende eigene Stücke. Amerikanisches Südstaatenflair,
vermittelt durch die Lake Side Jazz Band, riss das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hin.
Der Abend gipfelte im von allen Interpreten dargebrachten „Halleluja“ und klang in den Herzen der
Besucher weiter. Musiker und Sänger fanden sich nach dem Konzert beim Gasthof Pirkerwirt ein,
wo sich im Verlauf des Abends zu den Gospels auch andere unterhaltsame Lieder mischten.
Der gesellschaftliche Höhepunkt fand am 2. Juli 2006 statt. Ein blitzblauer Himmel
begrüßte über 300 Sänger und zahlreiche Gäste schon am Morgen
zum Festgottesdienst am Dorfplatz in St. Peter. Pfarrer Josef Hörner zelebrierte
eine erhebende Messe und fand zum Singen in der Gemeinschaft bewegende Worte. Viele Chöre
umrahmten die Messe mit abwechslungsreicher Literatur. Die ausgezeichnete Beschallung durch das
dhp Tonstudio Pöllinger aus Fischertratten ließ auch beim Gästesingen jeden Zuhörer
quasi in der ersten Reihe sitzen. Nach dem kurzen Festakt ging es auf die Walz. Beim 1. Katschtaler
Kranzlsingen strahlten die Gesichter der Teilnehmer. Die Chöre in erster Linie durch das „Kulinarium“,
das die Standlbetreiber zauberten, die vielen Zuhörer wegen des Gesanges. Feurig, lieblich auch gehaltvoll
waren Lieder und Verpflegung. Die Standlbetreiber haben sich selbst übertroffen, Danke! Erst in der
Dämmerung trafen die letzten Chöre wieder am Festplatz ein und ließen den Abend gesellig ausklingen.
Doch auch im 26. Jahr wollten wir den Schwung mit- und neue Herausforderungen annehmen. So geschehen durch die
gesangliche Mitgestaltung der Rundfunkmesse aus St. Peter. Österreichweit wurde am 11. Feber 2007 der
Gottesdienst in den Radioregionalprogrammen ausgestrahlt. Pfarrer Josef Hörner zelebrierte eine würdige
Messe. Wie kaum jemand anderer versteht Pfarrer Hörner es, den Zuhörer auf das wesentliche hin zu lenken
und mit seinen Worten zu berühren. Die Katschtaler Sängerrunde schaffte gemeinsam mit der Familienmusik
Peitler und dem Bläserensemble der Trachtenkapelle Lendorf den klangvollen Rahmen.
An den zahlreichen Reaktionen (in der ersten Woche nach dem Gottesdienst über110Anrufer, viele Briefe und Mails)
aus ganz Österreich und auch aus dem benachbarten Ausland wurde die Einheit des Gottesdienstes besonders
hervorgehoben. Die „St. Georgener Messe“ von unserem Chorleiter Alfred Peiler und daraus speziell das
„Vater unser aus dem Katschtal“ wurde besonders positiv erwähnt.Viele Chöre haben um Zusendung
der Noten ersucht, andere haben die Katschtaler Sängerrunde auf gemeinsame Projekte eingeladen. Wir freuen
uns also schon auf die nächsten Heraufforderungen.
|
… waren Anlass genug, etwas Besonderes zu machen. So wurde in Rekordzeit in
Zusammenarbeit mit dem dhp Tonstudio aus Fischertratten die erste eigene CD
aufgenommen. Es war gar nicht so einfach, bei den vielen Instrumenten, Stimmen
und Besetzungen die Stückauswahl zu treffen. Schlussendlich ist die CD so
geworden, wie man die Familienmusik Peitler kennt. Die CD wird am Jubiläumsabend
am 10. März 2007 beim Mühlbacherwirt in Mühlbach ob Rennweg vorgestellt
und kann ab dann auch über Alfred Peitler bezogen werden.
Im Booklett zur CD hat sich die Familie selbst vorgestellt:
Es war ein ganz besonderes Weihnachtsfest, als Alfred vom „Christkind“ ein Hackbrett
geschenkt bekam. Bald machte er sich auf die Suche nach einem Lehrer und fand ihn in
Tamsweg. Mit Hans Neubacher haben wir nicht nur einen Musiklehrer gefunden, dem wir
das Entstehen unserer Familienmusik verdanken, sondern auch einen guten Freund.
Hans Neubacher fragte Alfred in seiner ersten Musikstunde nämlich, ob er nicht
eine Familie hätte. Er solle sie doch einfach das nächste Mal mitbringen.
So lernten unsere drei Töchter bei ihm Blockflöte. Sie hatten so große
Freude daran, dass jede nach und nach ein anderes Instrument dazulernte. Heute musizieren
wir auf 12 verschiedenen Instrumenten in 9 unterschiedlichen Besetzungen und singen außerdem
zweistimmig, vierstimmig oder unsere Töchter im Terzett.
Hans Neubacher, der auch Instrumentenbauer war, ermöglichte Alfred außerdem, das
„Hölzerne Glachter“ und das „Alphorn“ selbst zu bauen.
Nach und nach wuchs unsere Liebe zur Musik und zum Gesang, so hat Alfred ein eigenes Musikzimmer
eingerichtet und Christl für alle Instrumente die Hülle selbst genäht und bestickt.
Man kann sich heute kaum vorstellen wie viele schöne Erinnerungen uns mit dieser Zeit verbinden.
Kleinere Familienfeiern, kirchliche Anlässe, Volksmusikabende mit vielen lieb gewonnenen Freunden,
Fernseh-, Rundfunk- oder Tonträgeraufnahmen, Volksmusikwettbewerbe in Innsbruck oder Klagenfurt
und Auslandsreisen nach Frankfurt, Ulm o.ä. – das eigentlich Schöne daran war, dass immer
die ganze Familie zusammen war.
Es ist für uns selbst immer eine Bereicherung, wenn wir durch unsere Musik so vielen Menschen
Freude bereiten dürfen. Unser Hobby schweißt unsere Familie seit 25 Jahren noch enger
zusammen und bereitet uns immer wieder Freude. Sie gibt uns Zufriedenheit und Kraft für den Alltag.
Christl und Alfred Peitler im Frühling 2007
Eine meiner ersten Erinnerungen an unsere Familienmusik ist eine Probe der Sing- und Spielmusik (heute Katschtaler
Sängerrunde): Papa saß am Hackbrett und übte. Ich, gerade mal 5 Jahre alt, wollte unbedingt auch
Hackbrett spielen lernen. Papa meinte daraufhin, zuerst sollte ich Flöte spielen. So durfte ich das
nächste Mal zu unserem Lehrer Hans Neubacher mitfahren. Bei jeder Probe meinte Herr Neubacher:
„Das machst du schon ganz toll, nur an dieser Stelle könntest du dich noch ein kleines Bisschen verbessern!“
Vom Kindergarten brachte Monika ein Lied mit nach Hause, das ich heimlich mit ihr einstudierte: „Madale mogst an
Edelknob´n“ Meine Eltern waren begeistert von unserer kleinen „Aufführung“. Ich denke, hier begann auch der
Gedanke zu reifen, in der Familie mehrstimmig zu singen.
Immer öfter durften wir bei verschiedenen Anlässen öffentlich singen und musizieren. Bei unseren
ersten Auftritten konnte ich als Kind einfach nicht verstehen, warum unsere Eltern so aufgeregt waren. Es war für
mich eine sehr bunte Zeit, in der wir viele Menschen kennen lernen durften und überall im Land unterwegs waren.
Manchmal war ich sehr erstaunt darüber, wie berührt viele Menschen von unserer Musik waren. Besonders bei
Weihnachtsfeiern und bei Familienfesten spürte ich, wie die Musik die Herzen der Menschen öffnete. Das
berührte mich damals schon sehr, denn ich dachte eigentlich, nichts besonders zu tun.
Blicke ich auf die letzten 25 Jahre voller Musik und Gesang zurück, erfüllt mich ein tiefes Gefühl
der Dankbarkeit meinen Eltern und MusiklehrerInnen gegenüber. Ihre unendliche Geduld und ihr unermüdlicher
Zuspruch machten unsere Familienmusik erst möglich. Sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Anja Lax-Peitler
Musik begleitet mich durch mein ganzes Leben. Sie ist für mich zu einem meiner besten Freunde geworden.
Ich bin mit ihr groß geworden und auch innerlich gewachsen.
Ich war sicher nicht die fleißigste „Überin“ in unserer Familie. Mama meinte immer scherzhaft,
ich würde lieber auftreten – genau so wie Papa!
Eine schwierige Zeit war für mich die Jugend, in der sich viele andere Interessen mit dem Terminplan der
Familienmusik kreuzten. Heute bin ich dankbar, dass wir auch diese Zeit überstanden haben.
Lustig sind die Erinnerungen an manche Menschen die meinten, dass wir zu Hause sicher keinen Fernseher
hätten und die ganze Zeit nur singen und musizieren würden. Nicht nur einmal musste ich
erklären, was der Unterschied zwischen echter Volksmusik und volkstümlicher Musik ist.
Meine schönsten Kindheitserinnerungen waren die Nachmittage am Heiligen Abend bei Fam. Schmitz (Hotel Sonnalm)
am Katschberg, wo wir gemeinsam mit den prominenten Gästen jedes Jahr die Weihnachtsfeier gestalten durften.
Ein Gefühl der Gemeinschaft und die tiefe innere Verbundenheit zur Musik durfte ich bei den
Volksmusikwettbewerben in Innsbruck miterleben. Niemals habe ich so viele Gleichgesinnte zusammen erlebt,
nie werde ich dieses Gefühl der Gemeinschaft vergessen. Es gehört für mich zu den
schönsten Erlebnissen überhaupt, als durch den Lautsprecher verkündet wurde: „Familiengesang
Peitler aus Kärnten bekommt eine Auszeichnung“
Durch das gemeinsame Singen und Musizieren habe ich erfahren dürfen: in jeder Lebensphase kann Musik
begleiten und unterstützen. Durch sie kann ich meine Gefühle ausdrücken.
Monika Peitler
Seit meiner Kindheit begleitet mich unsere Familienmusik durch mein Leben.
Zuerst durfte ich als ganz kleines Kind bei Auftritten mitwirken, indem ich auf einem Stuhl stehend
Gedichte aufgesagt habe. Mein erstes Instrument war die Blockflöte und schon bald lernte ich Zither
spielen. Die montäglichen Musikschulbesuche waren dabei ein fixer Bestandteil der Woche.
Beim Musizieren und Singen stand für uns nie das „im Mittelpunkt-Stehen“ im Vordergrund, sondern das Miteinander
in der Familie.
So erinnere ich mich gerne daran, dass Mama sich immer mit ihrem Nähzeug oder etwas anderem zu uns
gesetzt hat, während wir unser Instrument übten.
Oder an die zum Teil langen Autofahrten im geliehenen Bus zu den unterschiedlichsten Auftritten, bei denen
wir einfach abschalten konnten und gemeinsam Spiele spielten und sangen. Wir Kinder ersetzten das nicht
funktionierende Autoradio und sangen die unterschiedlichsten Lieder für- und miteinander. So entstand
der Gedanke, bei Auftritten neben dem Musizieren auch mehrstimmig zu singen.
Natürlich war es im Kinder- und Jugendalter nicht immer nur leicht. So wurde ich von manchen SchulkollegInnen
oder LehrerInnen in eine Schublade gesteckt und oft belächelt.
Im Grunde ist das aber nur ein sehr kleiner Teil meiner Erinnerungen, denn es
überwiegen beim Zurückschauen bei weitem die positiven Seiten: das miteinander Zeit verbringen, anderen, aber vor allem sich
selber durch Musik und Gesang Freude schenken, Gleichgesinnte treffen, Spaß haben,...
Ohne unsere FAMILIEnmusik könnte ich mir mein Leben im Grunde gar nicht vorstellen, sie hat mich sehr geprägt.
Unsere Eltern haben mir durch das Näher bringen der Musik, durch ihr Engagement und ihre Wertvorstellungen gezeigt, was im Leben wichtig ist.
Marlene Peitler
|